Geschichte

Die Geschichte des SV Hausberge

Am 17.12.1919 wurde unser Verein als Arbeiter-Turn- u. Sportverein Hausberge von 36 Mitgliedern gegründet. Der damalige Vorstand setzte sich zusammen aus:

Hermann Budde (1. Vorsitzender), Franz Unmack (2. Vorsitzender), Georg Schwemmling (1. Schriftführer), Rudolf Hansen (2. Schriftführer) Gustav Kühme (1. Revisor) August Busekrus (1. Turnwart) und Wilhelm Pape (2. Turnwart).

Schon bald nach der Vereinsgründung war der Vorstand bemüht, so schnell wie möglich ein geeignetes Sportgelände für die sportlichen Aktivitäten zu schaffen, denn zu dieser Zeit gab es in Hausberge weder einen Sportplatz noch eine Sporthalle. Da zudem kurz nach dem 1. Weltkrieg die Gemeindekasse der Stadt Hausberge leer war und mit einem entsprechenden Zuschuß der Stadt nicht zu rechnen war, mußten unsere Vereinsväter die Sache selbst in die Hand nehmen. Der Gedanke der Selbsthilfe faßte immer tiefere Wurzeln. In aller Stille plante der Vereinsvorstand sein großes Vorhaben. Viele mögliche Standorte wurden unter die Lupe genommen. Letztendlich wurde die Odlandkuppe am südlichen Berghang der Stadt Hausberge, ,,Wiedemanns-Kopt” genannt, als geeigneter Platz gefunden. Im Oktober 1922 wurde den Vereinsmitgliedern das Konzept Für die Errichtung des Sportplatzes vorgestellt. Dieser Plan sah unter anderem folgendes vor: Bodenbewegungen von ca. 10.000 bis 12.000 cbm Erde – vier bis fünf Jahre Bauzeit, da die Arbeiten nur in der Freizeit, sprich abends und an den Wochenenden durchgeführt werden konnten. Trotz dieser Vorgaben stimmten die Mitglieder der Planung einstimmig zu und der Vorstand konnte das Grundstück erwerben und alle Vorbereitungen für die anstehende Arbeit treffen. Voller Eifer gingen die Sportler ans Werk. Auch der Winter konnte sie nicht aufhalten. Kurzerhand wurden vier zehn Meter hohe Masten mit Scheinwerfern aufgebaut. So konnte auch während der dunklen Jahreszeit bis spät in die Nacht gearbeitet werden. Die Schar der fleißigen Heiter wurde immer größer. Viele Sportsfreunde aus den angrenzenden Gemeinden Holzhausen, Möllbergen und Lohteld schlossen sich an. Dann ergab eine neue Berechnung, daß der Boden um einen weiteren halben Meter tiefer abgetragen werden mußte. Das Sportfeld wäre sonst zu klein gewesen. Jahr um Jahr verging. Dann kam der Winter 1926/27. Der Erdboden war so gefroren, daß Picke und Schaufel nichts mehr ausrichten konnten. Kurz entschlossen wurde der Steinbruchbesitzer und Sprengmeister Karl Heinz aus Lerbeck zugezogen. Jeden Sonntagmorgen setzte er sechs Sprenglöcher. So konnte über die ganze Woche die lockere Erde abgetragen werden. Eine solche Unternehmung kostet nicht nur Kraft und Schweiß, sondern auch eine Menge Geld. Nach eingehenden Beratungen hatte der Vorstand eine Lösung gefunden: Ausgabe von Anteilscheinen an die Bürger. Nach erfolgter Genehmigung wurden die Anteilscheine in Druck gegeben und an die Bevölkerung verkauft. Die Rückzahlung sollte nach einem festgelegten Auslosungsverfahren erfolgen. Es ist nie zu einer Rückzahlung gekommen, denn alle Anteilschein-Inhaber verzichteten darauf. Als die Sportplatzarbeiten so gut wie abgeschlossen waren – die Bauzeit betrug inzwischen 7 Jahre und die Bodenbewegungen hatten sich auf 13.200 cbm erhöht – wurde mit dem Bau des Vereinsheimes begonnen. Auch hier war Selbsthilfe angesagt. Neben den Vereinsmitgliedern arbeiteten auch Hausberger Maurer, Tischler, Dachdecker und Maler ohne Entlohnung mit. Das Material mußte unter primitivsten Bedingungen aus dem Tal heraufgetragen werden. Allein 50.000 Backsteine wurden auf den Schultern der Sportler zum Sportplatz getragen.

Sportpatzeinweihung

Endlich – Sportplatzweihe im Sommer 1929 Das Sportheim war fast fertig. Die Teilnahme der Bevölkerung war riesengroß und eindrucksvoll. Der damalige Bürgermeister der Stadt Hausberge sagte: ,,Die Hausberger Jugend hat Rechte verlangt und Pflichten übernommen. Der Rat der Stadt hat mich beauftragt, Ihnen den Dank für diese große Tat auszusprechen und Ihnen einen Betrag von 1000 Reichsmark als Geschenk zu überreichen. Sie haben viel zur Verschönerung der Stadt Hausberge beigetragen. Die Stadtvertretung wird Ihnen diese große Leistung immer anerkennen.

Das Dritte Reich

Große Leistungen wurden im Handball erzielt. Über die Bezirksmeisterschaft im Feldhandball qualifizierte sich 1932 die Mannschaft für die deutsche Meisterschaft. Aber die Erfolge wurden schlagartig beendet. Im Juli 1933 erhielt der damalige Vorstand die folgende offizielle Mitteilung: ,,Meine Herren, mit dem heutigen Tage, zehnter Stunde, ist Ihr Verein aufgelöst. Sämtliches Vermögen, Liegenschaften und alles bewegliches Inventar ist zur gleichen Stunde beschlagnahmt. Vereinsbücher und Kasse sind sofort abzugeben. Musikinstrumente, sowie sämtliche Turngeräte und sämtliches Wirtschaftsgeschirr sind am folgenden Tag abzuliefern. Viele Sportsfreunde und Helfer sind aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. Ihnen gilt unser aufrichtiger Dank und unser bleibendes Gedenken.

Der Wiederaufbau

Die Rückgabe des Sportplatzes/Sportheimes erfolgte 1946. Der Platz war zerstört und verwüstet. Vom Sportheiminventar war nichts mehr übriggeblieben. Der Schaden betrug damals rund 5000 Mark. Nach Wiederaufbau und Renovierung wurde zunächst wieder Handball gespielt und geturnt. 1948 wurde dann der Fußballspielbetrieb aufgenommen.

Die 50er- und 60er-Jahre

Nach schönen sportlichen Erfolgen mußte die Handballabteilung leider aufgelöst werden. Bei den Waldlaufkreismeisterschaften errangen die Fußballer beachtliche Ergebnisse. Auch im Fußball ging es bergauf: 1959 Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksklasse. Zehn Jahre später mußte leider der Abstieg in die 1. Kreisklasse hingenommen werden.

Die 70er- und 80er-Jahre

Nachdem der Sportplatz 1966 an die Stadt Hausberge verpachtet worden war, erfolgte in den Siebziger Jahren ein entscheidender Einschnitt in das Vereinsleben des SV Hausberge. Das Grundvermögen des SVH, einschließlich Sportheim – und gerade fertiggestelltem Anbau-, wurde, gemäß außerordentlichem Hauptversammlungsbeschluß der Vereinsmitglieder (am 31.1.1975), an die, durch die Gebietsreform neu entstandene Stadt Porta Westfalica, verkauft. Auf diesem Areal war das Schul- und Sportzentrum Süd der neuen jungen Stadt vorgesehen, dessen Fertigstellung 1976 bereits vollzogen war.

Die Gründung der Tennissparte

Am 19.11.1976 hielt ,,Der Weiße Sport” Einzug. Die Tennissparte wurde gegründet. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein neues eigenes Sportheim des SVH gestaltete sich äußerst schwierig. Diverse Verhandlungen wurden ergebnislos geführt. Schließlich war der geeignete Standort doch noch gefunden worden und zwar am Hohen Brink, ganz in der Nähe des Sportzentrums. Aufgrund der topographischen Lage und damit verbundenen zusätzlichen Kosten, reichten die erzielten Verkaufserlöse natürlich nicht aus. Wie schon in den Gründerjahren wurde neben einer erträglichen Fremdfinanzierung auch die Selbsthilfe, sprich Eigenleistungen der Mitglieder, benötigt. Hier zeigte sich, daß trotz der veränderten Rahmenbedingungen, der Geist der Gemeinschaft im Verein weiterhin ausgeprägt vorhanden war. Viele Mitglieder, aber auch Freunde und Bekannte waren maßgeblich an der Fertigstellung des neuen SVH-Domizils beteiligt. Mit der offiziellen Einweihung des Sportheimes am 2.12.94 konnte der SVH ein großes Ziel verwirklichen. Unsere Tennisspieler/innen waren sportlich sehr engagiert und auch erfolgreich. Die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich an. per Spartenvorstand hatte schon lange erkannt, daß die Schaffung eigener Tennisplätze realisiert werden mußte, da sonst die sportlichen Aktivitäten eingeschränkt werden müßten. In unmittelbarer Nähe zum Sportzentrum und Sportheim konnte von der Stadt Porta Westtalica ein entsprechendes Grundstück erworben werden. Aufgrund der geringen Zuschüsse bzw. der zur Verfügung stehender finanzieller Mittel der Tennissparte, mußten die Sportler die Ärmel wieder hochkrempeln. Das Ziel war hoch gesteckt, doch die Aussicht auf ideale sportliche Möglichkeiten stärkten das Engagement und die Bereitschaff der Sportler enorm. Dann war es geschafft: Die drei Tennisplätze wurden zünftig eingeweiht und zum Spielbetrieb freigegeben. 1992 begann die Tennissparte mit dem Bau ihres Tennisheimes, direkt an den Tennisplätzen. Das bislang genutzte Provisorium, ein Holzhäuschen, entsprach nicht mehr den Anforderungen. Das Tennisheim wird in unserem Jubiläumsjahr 1994 fertiggestellt sein und dann standesgemäß eingeweiht werden. In der oberen Etage wird ein geräumiger Clubraum mit Theke und Kücheneinrichtung zur Verfügung stehen. Im Keller sind Umkleideräume, Duschen und Toiletten untergebracht.

Die 90er-Jahre

Die Neuzeit? Im Vereinsheim wurden 1992/93 zwei weitere Wohnungen ausgebaut. Das Vereinsheim beherbergt nun vier vermietete Wohnungen und im Erdgeschoß das sogenannte Sportheim, das aufgrund seiner Geräumigkeit und Einrichtung von den Sportlern gern für gesellige Veranstaltungen genutzt wird. Veranstaltet werden hier insbesondere unsere Jahreshauptversammlung, sowie Karnevalsfest, Saisonabschluß der Fußballer -,,Grün-Rote-Nacht”-, Jahresfeier der Alt-Herren-Abteilung, Herbstfest der Tennissportler, Knobel- und Skatturniere und weitere Mannschafts-Sparten- und Vereinsfeste. Weiterhin bieten wir das Sportheim unseren Mitgliedern, aber auch Vereinsfreunden, gegen ein geringes Entgelt für Familienfeiern usw. an.

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